Ziel der Lehrveranstaltung
Den Studierenden wird in dieser angewandten Lehrveranstaltung das Handwerkzeug zum erschliessen zukunftsorientierter Fragestellungen gelehrt (Innovationen). Einen besonderen Fokus nehmen dabei folgende Themen ein:
- Kunden- statt Technologieorientierung (Menschenzentrierung): Die Studierenden lernen die Beobachtung und Analyse ihrer Umwelt bzw. der Umwelt des Themensponsors, um daraus Wissen für das Bauen von neuen, kreativen Lösungen (Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle) zu gewinnen.
- Prototypen: Mit dem ersten Tag der Lehrveranstaltung beginnend, lernen die Studierenden das frühzeitige und eigenständige Bauen und anschliessende Testen von Prototypen. Als Universität mit einem Schwerpunkt in Betriebswirtschaftslehre betonen wir Dienstleistungen und Dienstleistungskonzepte sehr stark. Das Kurskonzept ist durch Phasen getrieben, die jeweils unterschiedliche didaktische Ziele verfolgen und mehrere Prototypen zum Ergebnis haben.
- Iteration: Grundkonzept der Veranstaltung ist das Durchlaufen zahlreicher, methodisch gleicher Zyklen, um einerseits Ideen durch Kundentests zu verbessern / anzureichen. Andererseits neue Ideenstränge zu generieren.
Die Themenstellungen werden jedes Jahr durch Partnerunternehmen definiert (Visionary Challenges) und an die Teams vergeben. Im Jahr 2010 nahmen folgende Unternehmen teil: Telekom Austria Group, Audi, Ball Packaging Europe, Gauselmann, Haufe-Lexware, Swisscom und UBS Card Center. Die Partnerunternehmen übernehmen ebenso die entstehenden Kosten für den Kurs und stellen einen signifikanten Geldbetrag zur Erstellung der Prototypen zur Verfügung.
Was lernt man?
- Die Studierenden kennen die Zyklen der Methode „Design Thinking“ wie sie an der Stanford University gelehrt wird
- Bedeutung der Integration des Kunden in die Generierung von neuen Dienstleistungen und Produkten
- Zusammenarbeit in lokalen als auch globalen Teams
- Vermitteln von Wissen und Erkenntnissen gegenüber den Projektpartnern
Neues Ausprobieren, Von anderen lernen, in sehr diversen Teams arbeiten, Feedback annehmen, Unsicherheit ertragen, zielgerichtetes Brainstorming
Meilensteine der Lehrveranstaltung
- Paper Bike: Erlernen der grundlegenden Methodenelemente anhand des Baus eines Fahrrads bestehend aus Papier. Dieses wird am Ende der Paper-Bike-Phase in den Vereinigten Staaten im Rahmen einer Paper-Bike-Rallye getestet.
- Design Space Exploration: Erkundung des Problemraums durch Beobachtung von Kunden / Menschen die mit dem Problem in Zusammenhang stehen. In dieser Phase bilden sich die Studierenden zu „Experten“ aus.
- Critical Function Prototype: Identifikation von kritischen Funktionen aus Sicht der Kunden, die zur Lösung des Gesamtproblems beitragen könnten. Anschliessender Bau von Prototypen pro kritische Funktion und Testen dieser in realen Kundensituationen.
- Dark Horse Prototype: Umkehrung von bislang getroffenen Annahmen und Erfahrungen (es wird versucht die Studierenden über den Tellerrand hinaus blicken zu lassen). Bau von Prototypen für die neu gewonnen Funktionen.
- Funky Prototype: Integration der einzelnen erfolgreich getesteten Funktionen aus der Critical Function und Dark Horse Phase zu Lösungskonzepten. Diese werden ebenso getestet und weiterentwickelt.
- Functional Prototype: Weitere Selektion erfolgreicher Funky Prototypen und Entwicklung dieser in Richtung hoch aufgelöster Prototypen. (Kunden müssen jetzt den ersthaften Charakter erkennen können)
- Final Prototype: Fertigstellung des erfolgreichsten Functional Prototypen für die Abschlusspräsentation.
Modus der Lehrveranstaltung
- Die Lehrveranstaltung wird über zwei Semester (10 Monate), inklusive der Ferien, durchgeführt.
- Die „Design Teams“ (studentische Teams) erhalten durchgehenden Zugang zum Design Thinking Labor am Institut für Wirtschaftsinformatik – einem Raum der sehr viele Materialien und technische Geräte zum Bau von Prototypen beinhaltet.
- Jedes Team wird wie ein neu gegründetes Unternehmen behandelt. D.h. eigenes Budget und vollständige Entscheidungshoheit über die Erreichung der ihnen gesteckten Ziele.
- Pro Jahrgang haben 1-3 Teams die Möglichkeit mit jeweils einem Studententeam der Stanford University zu kooperieren – Bildung von globalen Teams (die Ausweitung auf andere Kooperationspartner, wie bspw. Paristech ist geplant)
- Zu Beginn und am Ende der Lehrveranstaltung reisen alle Studierenden an die Stanford University. Ziel ist a) die Vermittlung von Wissen über die Methode von Design Thinking und b) das Präsentieren von Ergebnissen vor einem internationalen Publikum
- Jede Woche findet ein so genannten „Large Group Meeting“ (LGM) statt. Das LGM dient a) zur Vermittlung von neuen Techniken die für die aktuelle Projektphase relevant sind (meisten als Vorort-Übungen gestaltet) b) zur Präsentation von Zwischenergebnissen. Zeitaufwand 3 Stunden mit anschliessendem Abendessen.
- Zudem findet jede Woche pro Team ein „Small Group Meeting“ (SGM) statt. Im SGM werden aktuelle Belange des Teams diskutiert sowie weitere Hinweise methodischer Art gegeben.
An drei Terminen werden in St. Gallen Zwischenpräsentationen vor den Partnerunternehmen durchgeführt.
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Zielgruppe
Studierende der Masterstudienganges „Informations-, Medien- und Technologiemanagement (IMT). Mehr Information zum IMT- Master finden Sie hier.
Teilnehmeranzahl
21 Studierende in St. Gallen / 3 Studierende der Stanford University; organisiert in 7 Teams (Stand 2010)
Lehrkörper
1 Dozent, 3 Teaching Assistants (Vollzeit), 6 Alumni Coaches (primär zu den SGMs und LGMs anwesend)
Kursbetreuer
Prof. Dr. Falk Uebernickel
Punktanzahl für die Lehrveranstaltung
Wintersemester 3 credits
Sommersemester 6 credits
Universitäre Kooperationspartner
Stanford University, CA
Jahrgänge
2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010
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